Senioren Mobilität Zukunft - Bild: pixabay

09.06.2021
Mobilität im Alter - Antrag von Karl Ecker

Am 20. Mai 2021 verfolgte der Kreisrat Karl Ecker als Zuhörer eine Sitzung des Seniorenbeirates des Landkreises Freising. Hierbei stellte er mit Erstaunen fest, dass es im Bereich "Senioren-Mobilität" ein gravierendes Defizit im Landkreis Freising gibt. Und aus diesem Grund setzte er sich auch umgehend an seinen Schreibtisch und stellte folgenden Antrag

Antrag

Sehr geehrter Herr Landrat Petz!

Mit großem Interesse verfolgte ich die Ausführungen der anwesenden Seniorenbeauftragten der Gemeinden, die über vorhandene Strukturen für Senioren vor Ort und dringend erforderliche Verbesserungen informiert haben.

Dabei kam immer wieder das Thema „Mobilität der älteren Menschen“ zur Sprache, das bereits im seniorenpolitischen Gesamtkonzept des Landkreises Freising aus dem Jahre 2012 als vordringliches Handlungsfeld bezeichnet ist. Vor allem in ländlichen Gemeinden mit geringer Bevölkerungsdichte fehlen bedarfsgerechte Mobilitätsangebote. Dabei ist Mobilität gerade für Senioren eine wesentliche Voraussetzung für die Lebensqualität im Alter. Sie ermöglicht den älteren Menschen gesellschaftliche Teilhabe und den rüstigeren unter ihnen ehrenamtliches Engagement und wirkt Vereinsamung entgegen. Mobilität im Alter bedeutet für viele Menschen auch, dass sie viel länger eigenständig in ihrer vertrauten Umgebung wohnen und leben können.

Problembewusstsein und Einfallsreichtum

Viele Gemeinden haben diesen Bedarf längst erkannt. Die dazu entwickelten Ideen zeugen von Problembewusstsein und Einfallsreichtum, bringen aber nicht immer den gewünschten Effekt. Die beispielsweise in Gemeinden aufgestellten farblich markierten „Mitfahrer-Bankerl“ etwa sind wirklich eine pfiffige Idee, die in die richtige Richtung weist. Jedoch werden sie in der Praxis kaum angenommen, offensichtlich wegen der Unsicherheit für die Wartenden, in angemessener Zeit auch tatsächlich mitgenommen zu werden. Demgegenüber hat das Ruftaxi in anderen Gemeinden, dem Vernehmen nach, großen Anklang gefunden.

Im Seniorenbeirat wurde auch angesprochen, dass vor allem durch vorhandene Nachbar-schaftshilfe, sehr viel in diesem Bereich geleistet wird. Deutschlandweit hat der „Nachbar-schaftsbus“ von sich reden gemacht. Aber auch im Landkreis Freising haben wir in dieser Hinsicht etwas vorzuweisen: Der Verein Frieda und Ben bietet durch noch rüstige Ruheständler aus der Nachbarschaft Beförderungen für Senioren an. Das ist eine klassische Double-win-Situation: Die einen wollen noch aktiv sein, die anderen profitieren von dieser Aktivität und können dadurch selbst am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Was fehlt, ist ein bedarfsgerechtes, landkreisweites und verlässliches Mobilitätsangebot für Senioren, auf dessen Grundlage unsere älteren Bevölkerungsgruppen ihre privaten und gesellschaftlichen Aktivitäten langfristig planen und realisieren können. Bedarfsgerecht heißt vor allen Dingen, dass die Verkehrsangebote zu den Menschen kommen oder auch für Senioren fußläufig erreichbar sind. Bedarfsgerecht heißt auch, dass die Beförderungs-angebote den zeitlichen Bedürfnissen der Fahrgäste entgegenkommen.

Aus diesem Grund fordert Karl Ecker:

Dieses berechtigte Anliegen unserer älteren Bürger*innen sollten wir vom Landkreis, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und ggf. auch mit dem MVV durch bedarfsgerechte Mobilitätsangebote unterstützen.

Deshalb beantrage ich, Karl Ecker, für den PUTLI-Ausschuss am 10. Juni 2021 folgende Beschlussfassung:

Die Verwaltung wird beauftragt, bedarfsgerechte Mobilitätsangebote für unsere älteren Mitmenschen im Landkreis wie Ruftaxi, Rufbus oder Nachbarschaftsbus zu untersuchen und die Ergebnisse dieser Untersuchung den zuständigen Gremien des Landkreises Freising zur Entscheidung vorzulegen.